Macht hoch die Tür….

Pünktlich zum Weihnachtsfest bekommt der MVC ein neues Garagentor. Das ursprüngliche Tor haben wir (wie so vieles am Bau) gebraucht bekommen und in liebevoller Kleinarbeit hergerichtet. Das hat auch gut geklappt und das Tor hat seinen Dienst erfüllt. Leider hat es aber nicht sauber geschlossen und der Stammheimer Wind hat ordentlich reingepfiffen. Gerade jetzt im Winter will man das nicht haben…. Dank der guten Arbeit unseres Kassenwarts haben wir ein paar Euro übrig, die wir in ein neues und gut gedämmtes Tor investiert haben. Andreas und Wolfgang haben dem Profi assistiert. Haben sie gut gemacht, oder?

Herbstausfahrt nach Kaufbeuren/Allgäu vom 23. – 26.09.

Die Menschen haben das Reisen verlernt. Es geht nur noch ums schnelle Ankommen, nicht ums Unterwegssein. Alle? Nein, nicht alle! Ein unbeugsamer Haufen MVC´ler machte sich bei widrigen Bedingungen auf den Weg zur Herbstausfahrt nach Kaufbeuren im Allgäu. Der Herbst machte seinem Namen alle Ehre – bei frostigen drei Grad fanden sich acht dick eingepackte Motorrädler mit ihren alten Kisten zur Abfahrt ein. Hätten wir gewusst, dass der Oktober noch so viel Sonnenschein bietet, hätten wir die Ausfahrt wohl verschoben. Wir haben zielsicher das wohl kälteste Wochenende getroffen….

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Sei´s drum! Weil es ums Unterwegssein ging, führte die Route auf Nebenstrecken und kleinen Straßen quer über die schwäbische Alb. Die Bundesstraßen überließen wir den hastigen Zeitgenossen mit ihren modernen Autos und Motorrädern. Die Gesichter der Teilnehmer entspannten sich zusehends, als im Laufe des Vormittags die Sonne uns wärmte und sogar auf der Alb für ein wohliges Gefühl unter der Kombi sorgte. Dummerweise machte die vermeintlich beste Reisemaschine unter allen ziemliche Mucken: Alex´ BMW R75/5 wollte nicht so recht zünden und der Motor starb bei langsamer Fahrt einfach ab. Bei mehreren Stopps wurden die Zündkerzen gewechselt und die Vergaser gereinigt, bevor es wieder weitergehen konnte. Bei einem der Stopps hat Andreas in einem Anflug von jugendlichem Leichtsinn seine Harley direkt unter einem Schild mit der Aufschrift „Abfall entsorgen verboten“ geparkt. Das hätte ins Auge gehen können – zum Glück fand keine Alteisensammlung statt und Andreas blieb im Besitz seines Hobels. Dummerweise waren auf der geplanten Route einige Kreisstraßen und Ortsdurchfahrten gesperrt, sodass wir öfter mit der Kirche ums Dorf fahren mussten. Ideallinie sah irgendwie anders aus. Als wir schlussendlich im Hotel Engel in Kaufbeuren ankamen stand der Tageskilometerzähler bei stolzen 310km. Oh ja, Sitzen kann wehtun. Alex kümmerte sich sofort nach dem Einchecken um seine BMW, aber die alte Dame wollte nicht so recht mitmachen. Unter den interessierten Blicken der anderen Teilnehmer wurden die Zündkerzen nochmal gesäubert und getauscht und auch die Vergaser wurden wieder und wieder überprüft. Leider ohne durchschlagenden Erfolg.

Der Dauerregen am kommenden Morgen fesselte uns zunächst ans Hotel. An eine schöne Tour war nicht zu denken. Das gab Alex und Jörg die Möglichkeit, samt BMW eine Werkstatt aufzusuchen. Die anderen blieben im Hotel und spielten eine Runde Skat. Zur Mittagszeit klarte es auf und wir starteten zu einer kleinen aber schönen Runde im oberen Allgäu. Nachdem wir am späten Nachmittag wieder im Hotel angekommen waren, ging es bei der BMW ans Eingemachte: die Experten fanden zwei abgebrochene Stifte im Zündverteiler und die nahmen es mit der Kontaktaufnahme nicht so genau. Mal floss der Strom, mal eben nicht. Wer schraubt, der glaubt – vor allem daran, dass alles gut wird. So haben wir kurzerhand beim Wirt zwei Spaxschrauben „ausgeliehen“ und die abgebrochenen Stifte im Verteiler damit ersetzt. Die Köpfe waren schnell abgezwickt und die Zündkabel wurden aufgesteckt – fertig war das kreative Provisorium. Es schien zu funktionieren, die Gummikuh muhte gleichmässig aus beiden Zylindern. Frohen Mutes ließen wir den Abend ausklingen und freuten uns auf den nächsten Tag.       

Am Sonntag stand die Königsetappe der Tour auf dem Programm: über Sonthofen und Oberstdorf war der Riedbergpass angepeilt und über Balderschwang, Hittisau und Oberstaufen sollte der Rückweg nach Kaufbeuren führen. Beim Blick aus dem Fenster machte sich aber Ernüchterung breit: es regnete wieder einmal. Nach einem notgedrungen längeren Frühstück tat sich ein sonniges Fenster auf und flugs waren alle auf den Maschinen. Sogar die BMW rollte anfangs mit, nur um nach wenigen Metern wieder ihren Lebensgeist auszuhauchen. Entnervt gab Alex auf und gesellte sich zu Jörg ins Pannenfahrzeug. Die BMW wurde zurück ins Hotel gebracht. Leider machte Karle´s Ardie ebenfalls Spirenzchen und ein längerer Halt war notwendig, um den Vergaser zu flicken und einen Kondensator zu wechseln. Kaum waren wir wieder unterwegs begann es ausgiebig zu regnen. Für einen kurzen Augenblick stand die Tour auf der Kippe – niemand konnte sich vorstellen, dass das Wetter wieder besser wird und der Wunsch nach einem warmen Kaffee im trockenen Hotel wurde groß und größer. Es ist dem Optimismus und der Überzeugungskraft des Autors zu verdanken, dass wir trotzdem weiterfuhren. Es sollte sich lohnen! Das Wetter wurde zusehends besser und wir konnten den Riedbergpass ohne weitere Probleme erklimmen. Auf dem Hochplateau in Balderschwang machten wir eine längere Pause und verpflegten uns mit trockenen Brezeln und lauwarmem Kaffee aus dem Begleitfahrzeug. Die Rückfahrt nach Kaufbeuren führte in erlebnisgerechter Geschwindigkeit über kleinste Straßen und an zahlreichen Misthaufen vorbei zurück ins Hotel Engel.

Am Montag hiess es Zusammenpacken und hoffen, dass das Wetter für die Heimfahrt hält. Wie schon tags zuvor klarte es nach dem Frühstück auf und wir konnten die Heimreise auf trockener Fahrbahn antreten. Die Überquerung der Alb wurde bei einem gemütlichen Zwischenstopp in Trochtelfingen unterbrochen, wo wir eine längere Kaffeepause einlegten. Die Weiterfahrt nach Calw war nur noch ein Klacks und alle kamen wieder wohlbehalten und ohne Frostbeulen zuhause an. Beim gemeinsamen Abschlußbier im Clubheim ist jedoch klar geworden, dass wir nächstes Jahr zwei/drei Wochen früher auf Herbstausfahrt gehen sollten. Die große Erkenntnis, ganz beiläufig gewonnen, irgendwo zwischen den Misthaufen im tiefsten Allgäu: es ist nicht der Komfort der alten Motorräder, der nachlässt. Es sind die Knochen der Fahrer…..